
Mit rund 60 geladenen Gästen hat unser Jugendhaus Piusallee sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Im Festzelt in unserem Garten blickten wir gemeinsam mit Vertreter:innen von Jugendämtern, des LWL, Fachleuten aus Kliniken, aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden sowie unseren Bewohner:innen auf zwei Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit zurück.
Seit 2006 bietet unser in der Jugendhaus Piusallee jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen und Krisenerfahrungen einen verlässlichen Ort – nicht nur zum Wohnen, sondern vor allem zum Ankommen. Über 400 Jugendliche und junge Volljährige durften wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten in unseren Jugendhäusern bei der FSP begleiten.
„Anfang der 2000er-Jahre fehlten in Münster wohnortnahe Angebote für diese Gruppe junger Menschen“, erinnert sich unser Geschäftsführer Jörg Barlsen an die Gründung. „Wir sahen eine Versorgungslücke und wollten sie schließen.“ Daraus entstand ein sozialtherapeutisches Konzept, das sich über zwei Jahrzehnte hinweg nachhaltig bewährt hat.
In unserem Jugendhaus lernen junge Menschen, mit psychischen Belastungen umzugehen, Strategien für ihren Alltag zu entwickeln und schulische sowie berufliche Perspektiven neu auszuloten. Markus Hindimith, unser Bereichsleiter Jugendhilfe, stellt dabei stets die Bewohner:innen in den Mittelpunkt:
„Für manche war unser Jugendhaus der erste Ort, an dem sie wirklich angekommen sind. Nicht reduziert auf eine Diagnose, sondern wahrgenommen mit ihren eigenen Wünschen, Fähigkeiten und Hoffnungen. Unser Ziel ist ein verlässlicher Rahmen, in dem sie Schritt für Schritt ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen können.“
Getragen wird unsere Arbeit von einer engen Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pädagogik. Dr. Claus Rüdiger Haas, ärztlicher Direktor der LWL-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marl-Sinsen, hat unser ursprüngliches Konzept mitentwickelt:
„Während die Klinik vor allem bei Diagnostik, Therapie und in akuten Krisen gefragt ist, ermöglicht die Jugendhilfe Entwicklung im Alltag. Sie hilft jungen Menschen, wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gewinnen. Erst die enge Kooperation zwischen Klinik und Jugendhilfe ermöglicht es ihnen, ein eigenständiges Leben zu führen.“
Diese enge Verbindung aus therapeutischer Fachkompetenz und pädagogischer Alltagserfahrung zeichnet unsere Wohn- und Betreuungsangebote bis heute aus.
Wie groß der Bedarf ist, zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre: Vor zwei Jahren haben wir als Gemeinnützige FSP GmbH einen zweiten Standort an der Geiststraße eröffnet. Inzwischen können wir 30 junge Menschen gleichzeitig unterstützen. Dennoch gibt es weiterhin Wartelisten – ein deutliches Zeichen dafür, dass psychische Belastungen bei jungen Menschen nicht abnehmen, sondern zunehmen.
Im Anschluss an den offiziellen Teil führte Markus Hindimith interessierte Gäste durch unser renoviertes Haus – in Absprache mit unseren Bewohner:innen durch Gemeinschafts- und Freizeiträume sowie die Arbeitsbereiche unseres Teams. So war das Jubiläum weit mehr als ein Rückblick: Es brachte all jene zusammen, die unsere Einrichtung über viele Jahre aufgebaut, begleitet und mit Leben gefüllt haben – und jene, die heute bei uns leben.
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