RPK Fachtag 2026 in Münster

RPK-Fachtag 2026 in Münster: Notwendiges gemeinsam gestalten

Wie kann die Rehabilitation psychisch erkrankter Menschen weiterentwickelt werden – fachlich hochwertig, individuell und zugleich unter zunehmend herausfordernden Rahmenbedingungen?

Beim RPK-Fachtag 2026 in Münster kamen Vertreter:innen bundesweiter regionaler RPK-Einrichtungen und Leistungsträgern zusammen, um genau darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt stand dabei immer wieder eine gemeinsame Überzeugung: Gute Rehabilitation gelingt vor allem dann, wenn alle Beteiligten miteinander statt nebeneinander arbeiten.

Unter dem Titel „Transformation RPK: Notwendiges gemeinsam gestaltet“ veranstaltete die Gemeinnützige FSP GmbH gemeinsam mit der BAG RPK e.V. am 16. September den RPK-Fachtag in Münster. Das Programm verband fachliche Impulse mit Diskussionen und vier Workshops, in denen Vertreter:innen von Einrichtungen und Leistungsträgern ihre unterschiedlichen Perspektiven zusammenbrachten.

Bereits in den Grußworten von Dr. Klaus Keller Vorstand der BAG RPK e. V., Münsters stellvertretender Bürgermeisterin Angela Stähler, FSP-Geschäftsführer Jörg Barlsen und Nina Boes, Leiterin der Abteilung für Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, wurde deutlich, wie wichtig der gemeinsame Austausch angesichts der aktuellen Herausforderungen ist.

Nina Boes machte dabei unter anderem auf den wachsenden Bedarf an Unterstützungsangeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen aufmerksam. Rehabilitation und Prävention seien nicht allein als Kostenfaktoren zu betrachten. Vielmehr gehe es darum, Menschen dabei zu unterstützen, am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzuhaben und ein langfristiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben möglichst zu verhindern.

Ein zentraler Gedanke zog sich dabei durch den gesamten Fachtag: Weiterentwicklung braucht Zusammenarbeit. Unterschiedliche Zuständigkeiten, gesetzliche Rahmenbedingungen und Interessen werden nicht verschwinden. Umso wichtiger sind ein kontinuierlicher Dialog, gegenseitiges Verständnis und der gemeinsame Blick auf die Menschen, für die Rehabilitation gestaltet wird.

Komplexität braucht vernetztes Handeln

Prof. Dr. Hugo Mennemann von der FH Münster setzte mit seinem Vortrag „Care Management – notwendige Antwort auf Individualisierung und Komplexität“ einen fachlichen Impuls. Einleitend zog er einen Bogen von der Aufklärung bis heute, um die Ursprünge der Individualisierung aufzuzeigen und die Gründe für die heutige Komplexität in unserer Gesellschaft zu erläutern. Im Care Management werden Antworten gefunden. Eine der wichtigsten Lösungen ist eine weitere Vernetzung des Versorgungssystems mit einer personenzentrierten Hilfeform. Dabei ist der Netzwerkaufbau zwischen Sozialleistungsträgern, -erbringern und -berechtigten von hoher Relevanz.

Anschließend zeigte Joachim Fahnemann, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, in seinem Vortrag mit dem Titel „Chancen nutzen durch Zusammenarbeit – Vernetzte hybride Beratung“ welche Wege in der Agentur für Arbeit beschritten wurden, um der Komplexität in den Hilfesystemen pragmatisch, personenzentriert und kosteneffizient zu begegnen. Er präsentierte anschaulich, wie durch konsequente Nutzung digitaler Vernetzung die individuellen Bedarfe, Konstellationen und Anliegen  von Klient:innen und Arbeitssuchenden multiprofessionell und institutsübergreifend schneller und mit einem besseren Informationsfluss bearbeitet werden können. Er betonte, dass das Projekt zur „Vernetzten hybriden Beratung“ jetzt schon sehr erfolgreich umgesetzt werde und gleichzeitig von einer stetigen Weiterentwicklung und Erweiterung um weitere Akteur:innen geprägt sei.  

Damit waren zwei Themen gesetzt, die sich auch in den späteren Diskussionen wiederfanden: Die Lebenssituationen von Rehabilitand:innen sind komplex und lassen sich häufig nicht mit standardisierten Lösungen beantworten. Gleichzeitig treffen im Rehabilitationsprozess unterschiedliche Systeme, Zuständigkeiten und fachliche Perspektiven aufeinander.

Gerade deshalb braucht es verlässliche Netzwerke und eine Kommunikation, die institutionelle Grenzen überwindet.

Vier Workshops – unterschiedliche Perspektiven, gemeinsame Fragen

Am Nachmittag wurde die Diskussion in vier Workshops vertieft. Betrachtet wurden die RPK-Komplexleistung aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung, die Anforderungen an die berufliche Phase aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit sowie die Perspektive der Krankenkassen. Ein vierter Workshop beschäftigte sich mit der Frage, wie Übergänge innerhalb einer RPK anhand geeigneter Kriterien zum richtigen Zeitpunkt gestaltet werden können.

In den anschließenden Zusammenfassungen zeigte sich, dass Einrichtungen und Leistungsträger viele gemeinsame Ziele verfolgen – auch wenn ihre jeweiligen Bewertungsmaßstäbe und Rahmenbedingungen unterschiedlich sein können.

Ein wiederkehrendes Thema waren die regional und trägerspezifisch unterschiedlichen Verfahren. Entscheidungen, Möglichkeiten der Verlängerung, Nachsorgeangebote oder die Präsenz und Erreichbarkeit von Ansprechpartner:innen können sich unterscheiden. Für die Einrichtungen erschwert dies teilweise die Planung und Begleitung individueller Rehabilitationsverläufe.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel sich bereits durch direkten Austausch erreichen lässt. Persönliche Kontakte, gegenseitige Einblicke in die Arbeitsweisen und auch ein bewusster Perspektivwechsel können dazu beitragen, die Anforderungen des jeweils anderen besser zu verstehen.

Was bedeutet eigentlich „Erfolg“?

Intensiv diskutiert wurde auch die Frage, woran erfolgreiche Rehabilitation gemessen werden sollte.

Die Integration in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt ein wichtiges Ziel. Gleichzeitig lässt sich die Entwicklung eines Menschen nicht ausschließlich durch eine Integrationsquote abbilden. Auch ein individueller Fortschritt, eine neu entwickelte berufliche Perspektive oder die Vorbereitung auf einen nächsten Rehabilitationsschritt können wichtige Ergebnisse sein.

Dabei wurde auch die Rehabilitation älterer Menschen thematisiert. Aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit wurde in der Diskussion betont, dass es keine grundsätzliche Altersgrenze für eine Förderung gebe. Entscheidend sei vielmehr die individuelle Situation des Menschen.

Gerade diese Einzelfallorientierung zeigte zugleich ein Spannungsfeld des Fachtages: Pragmatische Lösungen müssen innerhalb rechtlicher und institutioneller Rahmenbedingungen möglich sein. Was für einen einzelnen Menschen fachlich sinnvoll erscheint, muss zugleich mit gesetzlichen Vorgaben, Weisungen und Zuständigkeiten vereinbar sein.

Den Menschen im Mittelpunkt behalten

Über die unterschiedlichen Workshops hinweg zeichnete sich ein gemeinsamer Anspruch ab: Ausgangspunkt der Rehabilitation sollte der einzelne Mensch mit seinen Fähigkeiten, Bedarfen und Entwicklungsmöglichkeiten sein.

Multiprofessionelle Zusammenarbeit, klare Verantwortungswege, verlässliche Übergänge sowie regionale Vernetzung wurden als wichtige Qualitätsmerkmale hervorgehoben. Gleichzeitig stellen Fachkräftemangel und Nachwuchsgewinnung die Einrichtungen vor zusätzliche Herausforderungen.

Besonders anschaulich wurde im Verlauf des Fachtages beschrieben, wie individuell erfolgreiche Rehabilitation sein kann. Menschen bringen unterschiedliche Lebensgeschichten, Fähigkeiten und Einschränkungen mit. Deshalb können auch ungewöhnliche oder sehr individuelle Lösungen notwendig sein. Entscheidend ist nicht allein die Frage, was ein Mensch aktuell nicht kann, sondern vor allem, welche Fähigkeiten vorhanden sind und welche Entwicklung möglich werden kann.

Übergänge bewusster gestalten

Der von der Gemeinnützigen FSP GmbH Münster moderierte vierte Workshop beschäftigte sich unter dem Titel „Im richtigen Moment: Kriteriengeleitete Übergänge in der RPK?“ mit einer besonders wichtigen Schnittstelle.

Diskutiert wurde die Hypothese, ob stärker kriterienorientierte Entscheidungen Übergänge transparenter gestalten und möglicherweise auch Rehabilitationsverläufe Verbessern und verkürzen können. Dabei zeigte sich, dass zusätzliche Kriterien durchaus hilfreich sein könnten – allerdings nur, wenn sie der Komplexität der individuellen Situationen gerecht werden.

Solche Kriterien könnten Entscheidungen nachvollziehbarer machen und Teams bei schwierigen Übergangs- oder Abschlussentscheidungen unterstützen. Zugleich wurde deutlich, dass dieses Aufgrund der Komplexität weiter vertieft werden sollte und sich beispielsweise für einen fortgesetzten Austausch zwischen den Einrichtungen auf Ebene der BAG RPK e.V. oder in einer gesonderten Arbeitsgruppe eignet. Kommunikation auf Augenhöhe

Eine der deutlichsten Botschaften des Tages war schließlich erstaunlich einfach: miteinander reden.

Leistungsträger und Leistungserbringer arbeiten unter unterschiedlichen Voraussetzungen und übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Das muss kein Hindernis sein, wenn die jeweiligen Perspektiven transparent gemacht und Probleme offen angesprochen werden.

Dazu gehört auch, unterschiedliche Auffassungen auszuhalten. Zusammenarbeit bedeutet nicht, in jeder Frage derselben Meinung zu sein. Vielmehr braucht es die Bereitschaft, fachliche Unterschiede offen zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

RPK: Gestern – Heute – Morgen

In seinem letzten offiziellen Vortrag vor dem Eintritt in den Ruhestand blickte Norbert Gödecker-Geenen von der DRV Westfalen auf die langjährige Zusammenarbeit mit den RPK-Einrichtungen zurück. Im Mittelpunkt standen für ihn die individuellen Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten der Rehabilitand:innen sowie die Erkenntnis, dass psychische Erkrankungen und komplexe Lebenssituationen individuelle Lösungen erfordern. Als entscheidend für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der RPK hob er vor allem Kommunikation, gegenseitiges Verständnis, regionale Netzwerke und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Einrichtungen und Leistungsträgern hervor.

Zum Abschluss würdigten Jörg Barlsen und Sandra Kühn von der Leitung des Reha-Zentrums Münster seine langjährige Zusammenarbeit mit den Einrichtungen und seinen persönlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der RPK. Mit einem kleinen Dankeschön verabschiedeten sie ihn in den Ruhestand.

Gemeinsam weiterentwickeln

Der RPK-Fachtag 2026 zeigte, dass die kommenden Herausforderungen groß sind: steigende und komplexer werdende Bedarfe, Fachkräftemangel, unterschiedliche Zuständigkeiten, begrenzte finanzielle Ressourcen und rechtliche Rahmenbedingungen treffen auf den Anspruch, jedem Menschen eine möglichst individuelle Rehabilitation und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Gerade deshalb war der Fachtag mehr als eine Reihe von Vorträgen. Er bot einen Raum, in dem Einrichtungen, Rentenversicherung, Bundesagentur für Arbeit und Krankenkassen unterschiedliche Perspektiven offen miteinander diskutieren konnten.

„Transformation RPK: Notwendiges gemeinsam gestalten“ war damit nicht nur der Titel des Fachtages, sondern auch seine zentrale Botschaft: Die Weiterentwicklung der RPK kann nur gemeinsam gelingen.

Ausstellungshinweis: Atelier+

„Kunst im Fenster=Atelier+ im Laden Rümpelfix“ vom 04.11.2024 - 09.11.2024 und mit dem offenen Atelier+ am Dienstag, dem 05.11.2024 von 14:00 - 18:00 Uhr

Künstler:innen des Atelier+ stellen ihre Malarbeiten „Im Fenster“ des Secondhand-
Ladens Rümpelfix aus. Rümpelfix Der Laden - an der Bremer Str. 42 in Münster


Richtfest neues Jugendhaus

Die ehemalige Polizeiwache in der Geiststraße 98 bekommt neue Bewohner

Das lange leerstehende Gebäude am Geistmarkt wurde 2022 von der gemeinnützigen FSP GmbH erworben. Die längste Zeit diente das Haus für rund 60 Jahre als Polizeiwache. Nach deren Auszug 2013 stand es leer. Nur in der Zeit von 2015 bis 2018 lebten dort alleinstehende männliche geflüchtete Personen. Nach einem umfänglichen Umbau wird es wie bei seiner Erbauung 1920 wieder ein Wohnhaus sein.
Die FSP wird das Gebäude als Wohnhaus für bis zu 15 Jugendliche und junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen nutzen, um diese bei der Bewältigung der Herausforderungen, die mit einer Erkrankung einhergehen können, optimal zu unterstützen. Die zentrale Lage und die Nähe des zur FSP gehörenden Psycho-Sozialen Zentrums waren neben dem passenden Grundriss des Gebäudes ausschlaggebende Argumente für den Kauf der Immobilie.
Die zukünftigen Bewohner:innen werden dort ideale Bedingungen für Ihren weiteren Lebensweg vorfinden. Das Gebäude wird umfassend modernisiert. Trotz der vielen Eingriffe bleiben die Fassaden zur Geiststraße und zum Geistmarkt erhalten. Der neuen Eigentümerin gelingt es so, den Charakter des Gebäudes zu bewahren und trotzdem die aktuellen energetischen Ansprüche zu erfüllen. So wird beispielsweise eine PV-Anlage installiert und das Gebäude mit einer Wärmepumpe beheizt werden.

Am 17.05.2024 fand das Richtfest statt.

Ausstellung Atelier+

17 Künstlerinnen und Künstler des Atelier+ stellen aus!

Am Donnerstag, 11.04.2024 von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr findet in den Räumlichkeiten des IFD eine Vernissage statt. Über ein zahlreiches Erscheinen im Dahlweg 112 in Münster freuen sich die Ausstellenden.

Nie wieder ist jetzt!

Soziale Organisationen aus Münster positionieren sich! Gemeinsam für Demokratie, Vielfalt, Offenheit und Toleranz. Den Aufruf für den 16. Februar 2024 finden Sie hier.

Tag der seelischen Gesundheit 2023 in Münster am 23.09.2023

Die Gemeinnützige FSP GmbH führt am 23.09.2023 von 10:00 bis 14:00 Uhr im Fürstenberghaus (Domplatz 20-22) den Tag der seelischen Gesundheit 2023 in Münster durch. Das Thema der Veranstaltung lautet "Wenn Ängste krank machen!".
Es gibt viele Menschen, bei denen das gewohnte Angstgefühl zu einem lebensbestimmenden Teil wird. Deren Lebensqualität ist durch die Angst deutlich eingeschränkt und die Betroffenen sind auf Hilfe angewiesen, um eine Verbesserung ihrer Situation zu erreichen. Für solche Menschen findet der diesjährige Tag der seelischen Gesundheit statt.
Im Fürstenberghaus wird zunächst eine Betroffene aus ihrem Leben berichten und es Folgen zwei spannende Fachvorträge zum Thema Angst: Priv.-Doz. Dr. med. Nadine Striepens von der Christoph- Dornier-Klinik wird darüber berichten, wann Angst zur Krankheit wird und Sandra Kühn vom Reha-Zentrum der FSP wird therapeutische Ansätze zum Umgang mit Ängsten darstellen.
Zwischen den Vorträgen können sich alle Besucher:innen auf dem Infomarkt über verschiedene Hilfeangebote in Münster informieren oder sich bei einem Kaffee im Forum mit anderen austauschen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Tag der offenen Tür

Am 10.08.2023 öffneten wir in der Zeit von 14:00 -16:30 Uhr unsere Türen, damit interessierte Personen unsere „neue“ Tagesstätte kennenlernen konnten.

Es gab ein vielfältiges Programm, durch welches unsere Gruppenangebote kennengelernt und teilweise ausprobiert werden konnten. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen hatten die Besucher:innen die Gelegenheit, die gemütliche Atmosphäre kennenzulernen und wurden auf Wunsch von unserem engagierten Team durch die neuen Räumlichkeiten geführt. Dabei erfuhren sie alles Wissenswerte über das umfangreiche Angebot unserer Einrichtung und entdeckten, was die Tagesstätte zu bieten hat.

Neue Stiftung zur Förderung von Menschen mit psychischen Erkrankungen gegründet

Am 16.05.23. wurde im Erbdrostenhof die Gründung der Stiftung Teilhabe Münster mit 100 geladenen Gästen gefeiert. Die Stiftung Teilhabe Münster übernimmt die strategische Leitung des FSP – Für Soziale Teilhabe und Psychische Gesundheit e.V.  und ihrer Tochtergesellschaften Psycho-Soziales-Zentrum und HFR GmbH (Rümpelfix).

Der FSP engagiert sich seit über 50 Jahren für die berufliche und soziale Inklusion psychisch kranker Menschen in Münster. Mit inzwischen mehr als 200 Mitarbeitenden bietet er vielfältige Hilfen in den Lebensbereichen Wohnen, Arbeit, Tagesgestaltung und Gesundheit für gut 1000 Münsteraner Bürger. Um diese Unterstützungsangebote dauerhaft zu sichern, hat die Mitgliederversammlung des FSP e.V. beschlossen, den Verein in die Gemeinnützige FSP GmbH umzuwandeln, deren Gesellschafterin eine Stiftung – nämlich die Stiftung Teilhabe Münster ist.

Die neu gegründete Stiftung führt, so der Vorstand Jörg Barlsen, das zentrale Ziel des Vereins weiter: psychisch erkrankten Münsteranern und Bürgern zu einer besseren gesellschaftlichen Teilhabe zu verhelfen. Sie wird zukünftig die Qualität der Leistungen in ihren Einrichtungen und deren Weiterentwicklung verantworten und fördern. Darüber hinaus soll sie im Rahmen von Veranstaltungen wie Tagungen und Kolloquien die Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen vorantreiben.

Die Bürgermeisterin der Stadt Münster Frau Angela Stähler, der Erste Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen Herrn Thomas Keck und die Geschäftsführerin des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie e.V. Frau Birgit Görres zählten zu den Gästen und überbrachten Grußworte.

Das zentrale Thema der Grußworte war die Bedeutung des FSP für die Unterstützung der Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in Münster und Umgebung. Hervorgehoben wurde dabei die Innovationskraft des FSP, der als Gründungsmitglied des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie sehr dazu beigetragen hat, dass die psychiatrische Unterstützung der betroffenen Menschen heute nicht nur in Kliniken, sondern in ihrem sozialen Umfeld erfolgt. Herr Keck wies auf die Notwendigkeit des Ausbaus präventiver Angebote hin und forderte die Stiftung auf, auch hierbei mit der Deutschen Rentenversicherung zusammenzuarbeiten.

Den Festvortrag hielt Herr Prof. Dr. Hugo Mennemann zum Thema Innovation gestalten - Bedeutung einer Stiftung in einer Transformationsgesellschaft. Er legte dar, warum es in einer sich immer rasanter verändernden Gesellschaft notwendig ist, dass es Institutionen wie die neu gegründete Stiftung gibt, die sicherstellt, dass die Unterstützungsangebote für Menschen mit Beeinträchtigungen kontinuierlich an die sich ändernden Bedingungen angepasst werden.

Herr Prof. Dr. Thomas Reker, Vorsitzender des Kuratoriums dankte den Akteuren des FSP, die den Verein in den letzten 50 Jahren so erfolgreich entwickelt haben und forderte dazu auf, diesen Weg weiter zu beschreiten.

Nach der Gründungsfeier trat das Kuratorium der Stiftung Teilhabe Münster zusammen und bestellte den ehemaligen Landesdirektor des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe, Herrn Matthias Löb als weiteres Mitglied des Kuratoriums. Die Verwaltung der Stiftung besteht somit aus dem Kuratorium mit den Mitgliedern:

Herr Dr. Ulrich Flotmann

Frau Maria Klein-Schmeink (MdB)

Herr Matthias Löb

Herr Prof. Dr. Hugo Mennemann

Frau Dr. Ulrike Northoff

Herr Prof. Dr. Thomas Reker

Frau Prof. Dr. Christiane Rohleder

und dem Vorstand: Herrn Jörg Barlsen

Jahresausstellung 2023 des Atelier+

Vom 28.04. bis 11.05.2023 findet die Jahresausstellung des Atelier+ statt. Teilnehmer:innen dieses offenen Angebotes stellen im Landeshaus am Freiherr-vom-Stein-Platz 1 in Münster eigene Werke aus. 
Am 28.04. um 14:00 Uhr wird die Ausstellung vom Vorstand des FSP e.V. Herrn Jörg Barlsen eröffnet. Anschließend wird die künstlerische Leiterin des Atelier+ Frau Lena Skaya in die Ausstellung einführen. Freuen Sie sich auf sehenswerte Ausstellungsstücke!

Tag der seelischen Gesundheit in Münster - Rückblick

Psychisch kranke Kinder in der Pandemie

In der vergangenen Woche richtete der FSP e.V. Münster mit seinen Partnern nach 3 Jahren pandemiebedingter Pause wieder einen Tag der seelischen Gesundheit aus. Thema waren die Kinder und Jugendlichen mit psychischen Problemen in der Corona-Krise. Eine wichtige Erkenntnis der Veranstaltung ist, dass die Reduzierung der gewohnten sozialen Interaktionen von Kindern und Jugendlichen verhindert werden muss.

Dr. med. Rüdiger Haas, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Frau Dipl.-Sozialarbeiterin Anne Becker, Mitarbeiterin in der Beratungsstelle Südviertel e.V., Herr Dr. Dipl.-Psychologe Marius Janßen, leitender Psychologe der UKM – Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Nele Schmidt, ehemalige Bewohnerin des FSP-Jugendhauses Piusallee berichteten und diskutierten mit interessierten Münsteranern und Münsteranerinnen über ihre Erfahrungen.

Im Zentrum der öffentlichen Diskussion standen bislang überwiegend Fragen der Versorgung von Kindern und Jugendlichen und die Auswirkungen der Versorgungsengpässe auf deren Zukunft. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Bildungschancen der Kinder. Im Unterschied dazu lag der Fokus der Referenten diesmal auf dem Befinden der Kinder und Jugendlichen: Was hat Corona mit ihnen gemacht. Was hat sie belastet und welche Strategien des Umgangs mit den von Ihnen empfundenen Unsicherheiten und Mängeln haben sie entwickelt.

Dr. Haas berichtete, das psychisch kranke Kinder und Jugendliche in der Pandemie zunächst weniger Schwierigkeiten hatten, als befürchtet wurde: die Schulschließungen bedeuteten für sie auch Entlastung. Der Leistungsdruck, Kontrolle und das Erleben von Ausgrenzung und Konflikten mit Mitschülern und Lehrern fielen weg. Umso problematischer erleben die Betroffenen die Situation nach dem Lockdown. Die Diskrepanz zu denen, die in dieser Zeit gefördert wurden und die „Distanz-Bildungsangebote“ der Schule in Anspruch nehmen wollten und konnten, war größer geworden. Diesem neuen Druck halten viele nicht stand.

Frau Becker und Herr Dr. Janßen bestätigten, dass gerade die Jugendlichen, denen aufgrund ihrer Erkrankung der Zugang zu Bildungsangeboten und sozialen Kontakten ohnehin erschwert ist, nach der Pandemie noch größere Probleme haben. Übereinstimmend mit Frau Schmidt stellen sie fest, dass alle Kinder und Jugendliche aber besonders für die mit psychischen Problemen die Ermöglichung von Kontakten zu anderen Kindern als sehr hilfreich erlebten. Vorrangige Aufgabe aller pädagogischen Einrichtungen sollte daher in vergleichbaren Situationen die Ermöglichung sozialer Interaktionen sein.

Die Präsentationen der Referenten finden Sie hier:

Präsentation Anne Becker

Präsentation Dr. Rüdiger Haas

Präsentation Dr. Marius Janßen